Endkampf bis die Zauberstäbe glühen
Seit 14 Jahren zieht der Zauberlehrling Harry Potter weltweit Millionen Fans in den Bann – nun hat er ausgezaubert. Mit dem 2. Teil von „Harry Potter und die Heiligtümer“ kommt am 14. Juli der 8. und letzte Film der Potter-Serie in die Kinos.
Auf zum letzten Gefecht! Der letzte Teil von Harry Potter ist nicht mehr – wie die vorherigen – nur eine wilde Fantasyreise, sondern ein regelrechter Kriegsfilm, in dem der Kampf von Gut gegen Böse endgültig entschieden wird. Harry Potters (Daniel Radcliffe) Gegner Lord Voldemort (Ralph Fiennes) watet in Blut. Der inzwischen erwachsene Zauberlehrling Harry Potter und seine Freunde Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) kämpfen diesmal gegen alle Elemente: Feuer, Wasser, Sturm. Harry Potter und Lord Voldemort duellieren sich, bis die Zauberstäbe glühen. Dabei läuft alles auf die Vernichtung von Harry Potter hinaus – 130 Minuten „Stirb langsam“. Die Zauberschule Schloss Hogwart steht in Flammen, schauerliche Titanen metzeln die Zauberschüler mit Sensen nieder.
Alptraumhafte Gewaltszenen: Nicht geeignet für 12-Jährige
Angesichts der gezeigten Gewaltorgie ist es unverständlich, dass dieser Film bereits ab 12 Jahren freigegeben wurde. Es ist das von vielen erwartete 3-D-Spektakel, ein Hochamt für Maskenbildner und Spezialeffektgestalter – mit brachialen Bildern, gewaltiger Musik, alptraumhaften Szenen und einer Vielzahl an Opfern. Ein Film, der geeignet ist, beim Zuschauer einen Verfolgungswahn auszulösen. Potter fährt Achterbahn durch abgründige Katakomben, versinkt in einer magischen Schatzkammer in Goldpokalen und reitet auf einem feuerspeienden Drachen. Sein Zauberstab dient ihm dabei als Fernbedienung, mit der er sich von einem unwirtlichen Ort zum nächsten beamt.
Bei Potter ist nichts unmöglich
Die vorangegangenen Filme haben mehr als 6,4 Milliarden Dollar eingespielt: „Harry Potter“ ist damit die erfolgreichste Filmreihe aller Zeiten. Wer die von der Britin Joanne K. Rowling geschriebenen Bücher (weltweite Auflage: über 500 Millionen) nicht gelesen hat, wird den letzten Teil allerdings kaum verstehen. Potters Schatzsuche setzt umfangreiche Vorkenntnisse voraus, die von den Hauptdarstellern umständlich in Dialogen erklärt werden müssen. Dieser Film sprengt alle Logik – bei Harry Potter ist nichts unmöglich.
Das Böse wird besiegt
Zugleich enthält er zahlreiche theologische Anspielungen, wenn etwa eines der drei von Potter gesuchten Heiligtümer der „Stein der Auferstehung“ genannt oder Erzfeind Lord Voldemort ständig von einer teuflischen Schlange begleitet wird. Vor allem aber trägt Harry Potter in diesem Film Züge des leidenden Gottesknechts, der sich opfern muss, um das Böse zu besiegen.
„Ich bin bereit zu sterben“
„Ich bin bereit zu sterben“, kündigt Potter an und begibt sich freiwillig zum Opfergang ins Lager des Feindes. Er lässt sich töten – und feiert wenig später in einem furiosen Finale seine Auferstehung. Das Böse wird besiegt, alles wird gut. Die Schlussszene legt ein bürgerliches Weiterleben des Helden nahe: Gezeigt wird Potter 19 Jahre später, mit Frau und zwei Kindern. Es ist geschafft. Harry Potter hat ausgezaubert – endlich.
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 2). Regie: David Yates, Darsteller: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson 130 Minuten, FSK: 12 Jahre


