Emo - Ein Blick aus der Ferne
„Guck‘ mal, schon wieder so ein Emo!“ So oder so ähnlich wurde vor ein paar Jahren das Aufkommen der „Emos“ in meinem Bekanntenkreis kommentiert. Inzwischen sieht man sie Tag für Tag in der Schule, an der Bushaltestelle, im Café. Doch, was ist überhaupt ein „Emo“? Was steckt hinter dieser schillernden und gleichzeitig traurig wirkenden Fassade? Ein Interpretationsversuch der Jugendsubkultur „Emo“ von außen.
Begeistert war anfangs niemand aus meinem Bekanntenkreis von diesem neuartigen Stil, er „störte“ irgendwie. Stereotypen und Vorurteile ließen natürlich auch nicht lange auf sich waren. Von sich selbst verletzenden, ständig melancholischen Trauerklößen war die Rede. Der vorprogrammierte Suizid stand für uns Außenstehende auch schon fest. Wie man es auch drehte und wendete, der erste Eindruck war nicht gut.
Ein Definitionsversuch
Ich versuche also, mehr über diese Subkultur herauszufinden. Das Internet liefert dazu bestes Material. Eine Gruppierung innerhalb der Punk-Szene soll „Emo“ also sein, besonders gefühlsbetont und durch den unverwechselbaren Kleidungsstil einzigartig. Dazu gehören enge Röhrenjeans, Schuhe von Converse oder Vans, der typische, mit dem Glätteisen bearbeitete, schwarz gefärbte Pony vor den dunkel geschminkten Augen und Accessoires in auffallend grellen Farben. Auch Symbole wie Herzen, Sterne und Totenköpfe gehören dazu.
Den „wahren“ Emo...
Die Texte der zugehörigen Musikgruppen sind gefühlsbetont, behandeln oftmals zwischenmenschliche Probleme und zeugen darüber hinaus von einer in der Punk-Szene sonst so nicht heimischen Emotionalität. Soweit die Theorie. Eine wirklich eindeutige Zuordnung scheint in der Praxis allerdings kaum möglich zu sein, wo ich mich auch zu informieren versuche, überall stoße ich auf Widersprüche und Diskussionen. „Diese Band ist nicht Emocore, was ist das überhaupt“, „Wir wollen doch nicht Emocore mit Metalcore verwechseln!“... Puh, wer soll denn da noch durchblicken?
... gibt es nicht?
Was für mich als Außenstehende kompliziert erscheint, ist auch von Mitgliedern der Szene nicht so einfach zu definieren. Die Diskussionen über „Emo-Kiddies“, die alles sowieso nur nachmachen, weil es grade „in“ ist, hat fast jeder junge Mensch im Ohr. Doch wie konnte es überhaupt zu einer solchen Massenwirkung kommen, wo doch so wenig klar definiert ist? Vielleicht ist grade das der Schlüssel. Der Interpretationsspielraum lässt viel Verschiedenes zu, manche kopieren nur die Kleidung, andere nur die Musik, wieder andere halten sich für die einzig wahren Emos überhaupt. Die Grenzen innerhalb dieser Subkultur sind also schwer festzustecken, ich muss mich geschlagen geben.
Fest steht: Obwohl man das Gefühl hat, überall wimmele es nur so vor lauter Emos, sind sie dennoch Außenseiter. Vielleicht haben sie ihr Schicksal selbst gewählt, vielleicht wollen sie gar kein Verständnis, keine Anteilnahme an ihren Emotionen. Diese Reaktion ist zwar naheliegend, aber etwas vorschnell. Ich glaube, sie wollen einfach kein Mitleid. Mit Spott und Hohn können sie leben, die Position im Abseits der Jugend gehört zu. Sie wollen allerdings nicht, dass man versucht, ihnen zu helfen, denn sie haben keine Hilfe nötig. Sie stellen Schwäche und Emotionen in den Vordergrund und zeigen dadurch, dass sie zu Gefühlen fähig sind. Dazu stehen, was man ist und wie man ist. Das ist auch eine Interpretation.
Individuell und geliebt
Ob es jedoch von Nöten ist, sich derartig auszugrenzen, um eine klare Position zu beziehen, bleibt fraglich. Für Jugendliche heute ist es sehr schwer geworden, individuell und trotzdem „dabei“ zu sein. Man sollte sich nicht nur auf das verlassen, was in der Clique gedacht wird, sondern sich selbst Gedanken machen. Es ist unwichtig welche Mode oder Musik grade populär ist, der Mensch dahinter zählt als von Gott geliebtes Wesen viel mehr als das äußere Erscheinungsbild.
2 Kommentare wurden bereits abgegeben
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2.schrieb am 20.08.2010 17:02
Man kann wahrscheinlich davon ausgehen, dass Emos Leute sind, die auffallen wollen, ohne dass man ihnen zu nahe kommt. Warum die sich natürlich so entstellen mit ihren Klamotten und so kann ich jedenfalls nicht nachvollziehn. Viele von den Emos sind sicherlich auch nicht gerade beziehungsfähig. Mit sind diese Typen suspekt.
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1.schrieb am 16.08.2010 12:47
Ich sehe es ähnlich wie du ich habe eine freundinn sie ist ein Emo und sie Ritzt sich bis jetzt glaubt sie nicht an Gott ich versuch ihr zu helfen davon los zu kommen...Ich habe ihr eine Bibel geschenkt ich hoffe sie liest darin und lässt sich von Gott leiten...es ist eine schwere Prüfung ihr da durch zu helfen...Ich bin nicht grade gefestigkt im Glauben...Ich kann nicht mehr richtig laufen...es ist eine zusätzliche Prüfung von Gott...auch wenn sie mein ganzes leben dauert irgedwann werd ich eine erkentniss haben...warum dass alles so ist wie es jetzt ist...lg Jo




