Einheitsfeier unter keinem guten Stern
Das Jubiläum „20 Jahre Mauerfall“ wurde letztes Jahr beinahe exzessiv begangen. Von Mitte September bis in den November hinein lief auf allen Kanälen etwas zur DDR-Geschichte. Das hat sich nun zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober gründlich relativiert. Ein deutliches Zeichen, dass der 9. November als der eigentliche Tag zum Feiern empfunden wird.
Kopie des symbolisch wiederholten Mauerfalls 2009 in Berlin
Am Sonntag findet in Bremen die offizielle politische Einheitsfeier statt. Das Programm wirkt seltsam einfallslos: Vor knapp einem Monat wurde durch Bremen eine neue „Mauer“ gebaut, die symbolisch 28 Tage steht und am 3. Oktober eingerissen wird. Damit haben die Organisatoren genau das Konzept der Feier vom 9. November 2009 in Berlin kopiert. Damals stellte man große, von Schülern aus verschiedenen Ländern bemalte Dominosteine auf und ließ diese umkippen.
Vor 16 Jahren veranstaltete die Bundesrepublik ihre offizielle Einheitsfeier schon einmal in Bremen. Gewalttätige Linksextremisten sorgten damals jedoch für völlig unpassende Begleitmusik. In den Medien waren danach vor allem bürgerkriegsähnliche Zustände anstelle von fröhlichen Feierbildern zu sehen. Für Sonnabend und Sonntag haben Autonome unter dem Motto „Hauptsache es knallt“ wieder zu Demonstrationen mit bis zu 2000 Teilnehmern aufgerufen. 3000 Polizisten sollen deshalb die Einheitsfeier schützen.
„Wir lassen uns das Fest nicht kaputt machen!“
Doch bereits im Vorfeld kam es zu einer Serie von kleineren Anschlägen und Bedrohungen von Sponsoren. Die Feierlaune dürfte also jetzt schon getrübt sein, auch wenn Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) tapfer kundgibt: „Wir wollen uns das großartige und fröhliche Fest nicht kaputt machen lassen.“


