Drohende Hungerkatastrophe in der Sahelzone
Die afrikanische Sahelzone befindet sich seit mehreren Monaten in einer Nahrungsmittelkrise. Experten gehen sogar davon aus, dass sich die Lage schon in wenigen Wochen zu einer handfesten Hungerkatastrophe ausweiten wird. Mehr als sechzehn Millionen Menschen sind davon bedroht.
Es ist bereits die vierte Krise in zehn Jahren. Von der vorherigen haben sich die Familien wirtschaftlich und physisch noch nicht einmal erholt. Aber schon jetzt reichen die Essensvorräte der Menschen kaum noch für einen Monat. Sie leben vorwiegend von Hirseresten, die sonst nur das Vieh zu fressen bekommt. Vor allem Frauen und Kinder leiden Not und sind von Mangelernährung betroffen.
Wo liegt die Sahelzone?
Die sogenannte Sahelzone erstreckt sich vom Atlantik bis zum Roten Meer – also quer durch Afrika – auf einer Breite von 6000 Kilometern. Im Norden grenzt sie an die trockene Sahara, im Süden an verschiedene Trocken- oder Feuchtsavannen. Zu ihr zählen zehn Länder, unter ihnen einige der ärmsten der Welt wie Niger, Äthiopien und Eritrea.
Es wächst nicht besonders viel in diesem Bereich Afrikas. Da es an Wasser fehlt, ist der Anbau von Nahrungsmitteln generell schwierig. Schon seit vielen Jahrzehnten häufen sich lange Dürreperioden. Die Regenperioden verteilen sich noch auf höchstens zwei Monate im Jahr.
Wie kam es zur aktuellen Krise?
Die dauerhafte Dürre ist sicherlich das größte Problem, mit dem die Menschen in der Sahelzone zu kämpfen haben. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung beständig wächst. Grund dafür sind zahlreiche Konflikte in den umliegenden Ländern. Durch andauernde Einwanderung benötigen die Bauern zunehmend mehr Anbauflächen. Und so wandern sie immer weiter in den weniger fruchtbaren Norden, wo eine Bewässerung der Felder unerlässlich ist.
Aus diesem Grund – und auch durch Entwicklungen in der internationalen Wirtschaft, wie z. B. Nahrungsmittelspekulationen – sind die Preise für Nahrungsmittel in den vergangenen Jahren drastisch angestiegen. Die Menschen haben kaum noch genug Geld, um einen Sack Mais zum Brotbacken zu kaufen. Auch die Farmer bekommen kein Saatgut mehr zu erschwinglichen Preisen.
Mali am schlimmsten betroffen
Mali ist zur Zeit am schlimmsten betroffen. Die Ernte beträgt fast fünfzig Prozent weniger als im Vorjahr. Laut einer gemeinsamen Erklärung der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) und des WFP (World Food Programme) wird sich die Situation dort – wie auch in den umliegenden Ländern – im Frühsommer zuspitzen und zu einer extremen Hungerkatastrophe führen.
Die Hilfe läuft zu langsam an
Hilfsprojekte sind bisher nur langsam angelaufen, da die Krise noch nicht so akut ist, dass die westliche Gesellschaft ein besonderes Augenmerk darauf gelegt hätte. Das kann jedoch verheerende Auswirkungen haben, wie bei der letzten Hungerkatastrophe in Ostafrika zu sehen war. Rechtzeitige Hilfe könnte vieles verhindern. Am dringendsten brauchen Viehzüchter und Ackerbauern internationale Hilfe, um die Bevölkerung und sich selbst wieder ernähren zu können.
Da die Dürren ein immer wiederkehrendes Phänomen sind, sollte es auch für uns Deutsche von Interesse sein, nachhaltige Programme für die Sahelzone zu entwickeln, um künftige Krisen besser meistern zu können. Dafür ist es z. B. von großer Bedeutung, den Bewohnern grundlegendes Wissen über Ackerbau und Viehzucht beizubringen und die Wassergewinnung zu perfektionieren.
Auch du kannst helfen!
Verschiedene Hilfsorganisationen wie die Welthungerhilfe oder das Kinderhilfswerk Plan bieten Dir die Möglichkeit zu spenden oder Patenschaften für Kinder in der betroffenen Region zu übernehmen. Aber auch ohne Geld kannst Du etwas bewegen, indem man über die drohende Katastrophe spricht und so die Aufmerksamkeit auf diesem Ort lenkt, der im Elend zu versinken droht.


