Die nächste Krise ist vorprogrammmiert
Die große Krise ist überwunden – zumindest in Deutschland boomt die Wirtschaft. Doch die Risiken für die eine neue Krise sind enorm. Nur gehen sie in der öffentlichen Wahrnehmung unter. Dabei sind sie so massiv, dass eigentlich jeder darüber Bescheid wissen sollte.
Die Ursachen liegen in den 70er Jahren
Bis in die 70er Jahre waren die Währungen und deren Wechselkurse durch das Abkommen von Bretton Woods geregelt: Der US-Dollar war Leitwährung und an die Goldreserven der USA gebunden. Die USA brauchten aber Geld für den Vietnamkrieg. Und weil man Gold eben nicht beliebig vermehren kann, Papier- und Buchgeld dagegen schon, wurde damals die Goldbindung des US-Dollar aufgegeben. Seither ist es möglich, durch Kredite Geld zu schöpfen, also die Geldmenge zu vergrößern.
Das ist an sich noch kein Problem, denn sobald der Kredit zurückgezahlt wird, wird das Buchgeld wieder vernichtet und die Geldmenge nimmt wieder ab. Die Möglichkeit, über Kredite Geld zu schöpfen hat die Weltwirtschaft in den 70er Jahren aus der Stagnation gezogen. In den 80er Jahren wurde dieser Effekt durch Ronald Reagans Wirtschaftspolitik – die „Reagonomics“ – zur Methode. Seither gilt – übrigens auch bei uns: Der Staat macht Schulden und steckt das Geld in die Wirtschaft. Dort wird von den Unternehmen dieses Geld verdient. Wenn dann die Wirtschaft wächst, wachsen auch die Steuereinnahmen, und der Staat kann seine Schulden tilgen und die Zinsen bezahlen.
Es kam aber anders
Soweit die Theorie. Tatsächlich aber gelang es seit der Einführung der Reagonomics noch nie, die Staatsschulden zu tilgen – weder in den USA, noch bei uns. Das liegt daran, dass die Staaten von den Unternehmern, die das Geld verdienen, nicht genügend Steuern erheben, um Zins und Tilgung abzuleisten. Statt der Steuern gewähren die Reichen den Staaten neue Kredite, mit denen der Staat wieder das Wachstum der Wirtschaft finanziert, wodurch die Unternehmer noch reicher werden – ein Teufelskreis, und eine gigantische Umverteilungsmaschine von unten nach oben, denn da es dem Staat permanent an Geld mangelt, kürzt er den Armen die Sozialleistungen und erlegt dem Mittelstand die größte Steuerlast auf.
Die Grenze des Wachstums
Die Weltwirtschaft kann immer nur so stark wachsen wie die Ölfördermenge. Es gibt da eine strikte Korrelation. Gelingt es nicht, die jährliche Ölfördermenge zu steigern, kann auch die Wirtschaft nicht weiter wachsen. Und genau das ist 2008 eingetreten, und es ist ungewiss, wie lange man sie auf dem gegenwärtigen Niveau wird halten können. Man nennt dieses Phänomen Peak-Oil.
Die deutsche Volkswirtschaft kann im Moment nur deshalb wachsen, weil es die anderen Volkswirtschaften der Welt (noch) nicht tun. Sobald die aber nachziehen, steigt der Ölpreis wieder, und dann wird es auch für die deutsche Wirtschaft wieder eng.
Der nächste Crash scheint unausweichlich
Fakt ist: Selbst in den Jahren starken Wachstums der deutschen Wirtschaft (2008 und 2010) ist es nicht gelungen, die Staatsschulden zu reduzieren. Wegen Peak-Oil ist auch in der Zukunft mit keinem größeren Wachstum zu rechnen. Folglich ist auch nicht zu erwarten, dass die Staatsschulden jemals werden abgetragen werden können.
Die deutsche Wirtschaft lebt hauptsächlich vom Export, und davon geht der größte Teil in die EU. Aber einige EU Staaten sind bereits in der Schuldenfalle. Denen wird jetzt mit deutschem Geld geholfen, damit sie weiter deutsche Produkte importieren. Wir finanzieren also gerade unseren eigenen Export - und das natürlich über Schulden. Dass das nicht lange gutgehen kann, ist offensichtlich.
Ein weiteres Problem sind die großen Vermögen, die die Reichen auf Grund der massiven Staatsverschuldung aufhäufen konnten. Die wollen nämlich verzinst werden, weshalb sie in Finanzprodukte fließen. Das verursacht regelmäßig Blasen, wie die Immobilienblase in den USA, deren Platzen Ende 2008 die letzte Weltwirtschaftskrise auslöste.
Inflation und Teuerung
Seit der Einführung des Euro hatten wir jährlich etwa 9% Inflation, d.h. die Geldmenge hat aufgrund der Staatsverschuldung in diesem Maß zugenommen. Die offizielle Teuerung dagegen ist viel geringer und hat 2008 einen Höhepunkt von 4% erreicht. Der Unterschied erklärt sich aus dem Umstand, dass Inflation nicht das gleiche ist wie Teuerung. Teuerung ist die Steigerung der Preise für einen definierten Warenkorb. Und weil die Staatsschulden vor allem die Reichen reicher gemacht haben, und die ihre Vermögen in Finanzprodukte stecken, fällt die Teuerung geringer aus als die Inflation, denn Finanzprodukte sind nicht Bestandteil des Warenkorbs. Und selbst dieser Warenkorb ist so manipuliert, dass er die wahre Teuerung verschleiert. Die liegt derzeit bei etwa 7%. Die Kaufkraft unserer Ersparnisse schrumpft also schon jetzt.
Keine Hilfe von der Politik
In der Politik und der veröffentlichten Meinung wird diese Problematik totgeschwiegen. Wohl weil da auch keiner einen Ausweg weiß. Im Jahr 2011 nimmt die BRD 320 Milliarden Euro Kredite auf. Das ist fast der gesamte Jahreshaushalt des Bundes! Die Regierung ist damit völlig abhängig von ihren Kreditgebern, und damit erpressbar. Es ist also gar nicht mehr möglich, gegen die Reichen Politik zu machen, denn wenn die keine Kredite mehr gewähren, bricht alles zusammen.
Was tun?
Der beste Rat, den man derzeit geben kann, findet sich in der Bibel:
„Entrüste dich nicht über die Übeltäter, beneide nicht die, welche Böses tun! […] Befiehl dem HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln. […] Der HERR kennt die Tage der Rechtschaffenen, und ihr Erbteil wird ewig bestehen; sie werden nicht zuschanden zur Zeit des Unglücks, und in den Tagen des Hungers werden sie gesättigt.“ (Psalm 37)


