Der schwarze Präsident

Was erhoffen sich Jugendliche von Barack Obama, dem neuen US-Präsidenten?
  • Foto: Wikipedia/Pete Souza/Notwist

 

Donnerstagmorgen in einer hessischen Schule. Im PW Unterricht wird die US Präsidentschaftswahl und deren Ergebnis besprochen. Unter anderem auch das Wahlsystem. Indirektes Wahlsystem heißt dies – ein System, über das viele Deutsche nicht viel wissen und das Unverständnis hervorruft. Ist das nicht ein schlechtes, ergebnisverfälschendes Konzept?

Bei der diesjährigen Wahl kann man das zumindest besser verneinen als bei der Wahl 2000. Da hatte Al Gore 500.000 Stimmen mehr, aber George Bush eben mehr Wahlmänner. 2008 gewinnt Barak Obama mit einem 8% Stimmen-Vorsprung und einem beachtlichen Vorsprung an Wahlmännern.

Obama-Manie in Deutschland

Dies war auch vorher schon zu erwarten. Nach und nach wurden die Prognosen deutlicher. Auch in Deutschland stellte sich eine Obama-Manie ein. Nach dem Sieg und der vielen erfreuten Stimmen aus unseren Landen habe ich mich gefragt, was die Menschen, vor allem die jungen, von dem Sieg halten.

Und so kommen wir wieder zu der Unterrichtsstunde: Man hört auch hier nur positive Stimmen zu dem Sieg Obamas. „Ich finde es gut, dass Obama gewonnen hat. Bush war scheiße!“ ist eine der Stimmen. Andere hoffen darauf, dass er seine Anti-Irak-Krieg Forderungen schnellstmöglich wahr macht und begründen damit ihre Sympathie. Eine weitere Stimme ist „Es ist sehr gut, dass die Amerikaner jetzt einen Schwarzen als Präsident haben.“ Und das ist in der Tat sehr erstaunlich.

Schwarz gegen Weiß

Vor einigen Tagen habe ich den Film „Ray“ über den Musiker Ray Charles gesehen. Er zeigt unter anderem eine Situation, wo Ray nicht in Georgia auftreten will, da dort in dem Konzertsaal noch Sitzplatztrennung nach Rassen herrscht. Aufgrund seines Protests bekommt er dort lebenslanges Auftrittsverbot! Das war 1966. 2008 gibt es im Großen das nicht mehr, aber ich glaube dass es noch einige Teile der Bevölkerung gibt, bei denen im Kleinen in den Köpfen immer noch tendenziell diese Gedanken vorhanden sind. Zumal eindeutige Statistiken belegen, dass Schwarze für denselben Job oft weniger Geld bekommen als Weiße. Auch auf dem Immobilienmarkt zeigt sich diese Ungerechtigkeit: schwarze bekommen in bestimmten Gegenden keine Häuser. Ein großer Punkt ist auch die Kriminalität: 44% aller Häftlinge sind Schwarze – 35% Weiße. Interessant auch die Bilanz der Führungspositionen. 16% der Schwarzen arbeiten in Führungspositionen. Hingegen sind es 31% der Weißen in solchen Positionen.

Schritt in die richtige Richtung

Gerade deshalb denke ich, ist die Wahl Obamas ein Schritt in die richtige Richtung, wenngleich es die Probleme nicht beseitigt. Diese Dinge müssen Innenpolitisch angepackt werden. Den Schwarzen gibt dieser Schritt auf jeden Fall Hoffnung. Sie haben einen Präsidenten der ihre Hautfarbe trägt. Und sie stehen hinter ihm: 95% der Afro-Amerikaner wählten ihn.

Die nächsten Monate und Jahre werden zeigen, ob Obama den versprochenen „Change“ bringt. Wir sind gespannt.

Wie seht ihr den Wahlsieg Obamas? Findet ihr das gut, oder schlecht? Was denkt ihr zu den Versprechungen Obamas? Ich würde mich sehr freuen, von euch Meinungen zu lesen!

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4 Kommentare wurden bereits abgegeben

  • 4.  
    schrieb am 19.11.2008 17:58

    Obama wird scheitern. Davon bin ich überzeugt. Nicht weil er schwarz, unerfahren, liberal oder sonst noch etwas ist. Es hängt mit den maßlosen Erwartungen zusammen, die man mit seiner Person verbindet. Menschen enttäuschen und die Enttäuschung wächst mit den Erwartungen. Bleibt also abzuwarten was nach der Euphorie kommt.

  • 3.  
    schrieb am 15.11.2008 17:02

    Ich persönlich hoffe, dass Obama bei der Führung Amerikas Erfolg haben und von Gott mit Weisheit gesegnet sein wird.

    Was ich aber nicht verstehe, ist wie viele Deutsche eigentlich überhaupt keine Ahnung über sein Wahlkampfprogramm haben und ihn dennoch unterstützen - und zwar nur, weil er so anders ist als Bush, den man hierzulande gar nicht mag.

    Barack Obama wird die gesellschaftlichen Probleme nicht lösen können. Viele Schwarze in Amerika haben sich daran gewöhnt, Teil der ärmeren Schicht zu sein, und daraus nun eine Art Lebensstil entwickelt. Obama ist aber ein Zeichen der Hoffnung dafür, dass sich die amerikanische Gesellschaft vielleicht in Zukunft noch weiter wandeln wird. Darüber können wir uns freuen, darauf können wir hoffen.

    Wir als Christen sollten aber auch andere Aspekte berücksichtigen - wir sollten bei jeder Wahl unser Augenmerk auch auf die moralische Einstellung eines Kandidaten legen. Dabei ist es ernüchternd, wie viele deutsche Christen (nämlich keiner, mit dem ich bisher gesprochen habe) sich darüber informiert haben. Ich finde, zumindest wenn man einen Artikel wie diesen schreibt, sollte man sich schon genauer ansehen, wem man da wie der Rest der Masse applaudiert. Auch wenn Obama als erster schwarzer Präsident sicherlich Applaus und genau wie jeder andere als Präsident nun unsere Gebete verdient hat, ist es doch seine moralische Haltung, die ihn für mich unwählbar gemacht hätte. Und einen Absatz im Artikel hätte diese Tatsache sicherlich auch verdient.

    Barack Obama ist der liberalste ALLER amerikanischen Politiker (das ist tatsächlich erwiesen), vor allem aber beim Thema Abtreibung. Obama glaubt nicht, dass ein Baby Lebensrechte hat, selbst wenn es schon auf der Welt ist - wenn die Mutter es nicht will! Und so hat er als Senator gegen einen Gesetzentwurf gestimmt, der Babys, die bei Abtreibungen ausversehen lebendig geboren werden, medizinische Hilfe zusichert. Der Gesetzentwurf wurde eingebracht, weil solche Babys in diesem Fall vorher einfach irgendwo abgelegt wurden, wo sie dann nach ein paar Stunden starben. Das Gesetz wurde zum Glück trotzdem verabschiedet...

    Obama hat außerdem zugesagt, dass eine seiner ersten Handlungen als Präsident die Ratifizierung eines Gesetzes sein wird, dass Frauen praktisch unbegrenzte Abtreibungsrechte gibt. Das degradiert Kinder zu Objekten, die man loswerden kann, wenn man sich der Verantwortung nicht stellen will. Mit wie vielen Leben wird Amerika den ersten schwarzen Präsidenten seiner Geschichte bezahlen müssen?

  • 2.  
    schrieb am 13.11.2008 08:52

    Ich hab ein bisschen Sorge vor der Obama-Manie. Er wird von manchen wie als ein Messias gesehen. Man sollte nicht vergessen, dass er auch nur ein Politiker ist.

  • 1.  
    schrieb am 11.11.2008 22:22

    Ich finde es auch gut, dass Mr. Obama die Wahl gewonnen hat und danke Gott dafür. Allerdings verspreche ich mir nicht viel davon, außer dass es wohl besser wird. Das liegt aber nicht daran, dass Mr. Obama so gut ist, sondern daran, dass Mr. Bush so sehr schlecht war/ist. Er wäre eventuell nur noch von Ms. Palin zu toppen. Aber davor sind wir ja nun, Gott sei es wirklich gedankt, verschont geblieben.

    Eine Anmerkung noch zum Artikel: Dass 44% aller Häftlinge in den USA Schwarze sind, hat nicht etwas mit Kriminalität zu tun, sondern mit der US-amerikanischen Justiz.

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