Der Knigge fürs Bewerbungsgespräch

Die Schule oder das Studium sind fast beendet, die Bewerbungen geschrieben und nun flattern die ersten Einladungen zu Bewerbungsgesprächen ins Haus? Da ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein. "Der erste Eindruck zählt" sagen viele Bewerbungstrainer. Damit dieser gut ausfällt, gibt der Typberater Rainer Wälde einige Tipps.

 

Kleidung

Je mehr Bewerber mit einem konkurrieren, desto mehr Gedanken sollte man sich über sein Aussehen machen. Grundsätzlich rät Wälde zu einer simplen Kombination und unauffälligen Farben: Bei Männern sollte es eine schwarze Hose und ein einfarbiges Hemd sein. Krawatte und Jackett sind nicht immer nötig, bei gehobenen Positionen oder konservativen Unternehmen wie z. B. einer Bank aber angebracht. Wem es bei den sommerlichen Temperaturen zu heiß wird, kann auch ein Kurzarm-Hemd anziehen. Dann ist aber die Krawatte tabu, sagt der Typ-Berater. Bei Frauen bietet sich ein schwarzer oder dunkelblauer Hosenanzug mit passender Bluse an. Ärmellos sollte man nie auftreten! Wer lieber einen Rock anziehen will, sollte auf die richtige Länge achten: Knie umspielt ist die Devise. Neben der Kleidung gilt es auch auf die Schuhe zu achten. „Personalchefs gucken auf die Details“, sagt Wälde. Deswegen sind dunkle und vor allem gepflegte Schuhe beim Bewerbungsauftritt ein absolutes Muss.

Begrüßung

Hat man sich nun richtig für das Bewerbungsgespräch gestylt und ist pünktlich am Ort des Geschehens eingetroffen gilt es, auch bei der Begrüßung die richtige Form zu wahren. Auf keinen Fall sollte man den Fehler machen als Bewerber allen Gesprächsteilnehmern von alleine die Hand zu drücken. „Der Ranghöchste entscheidet, ob er dem Bewerber die Hand gibt oder nicht“, erläutert Wälde. Wenn man in das Gesprächszimmer hineingebeten wurde, sollte man sich kurz mit Vor- und Nachnamen vorstellen und dann abwarten, ob bzw. wie die anderen Gesprächspartner einen begrüßen. Zudem bleibt man so lange stehen, bis einem ein Platz angeboten wird.

Gespräch

Das Gespräch birgt einige Fallen. Manche Personalchefs versuchen durch eine sehr lockere Kommunikationsatmosphäre den Bewerber aus der Reserve zu locken. Doch man sollte als Bewerber stets Distanz und die Form wahren. Bei einigen Unternehmen wird man nach dem Bewerbungsgespräch zum Essen in die Kantine oder ein Restaurant eingeladen. Wer davon ausgeht, dass damit das Schaulaufen für den Beruf vorbei ist, liegt aber falsch: Den auch hierbei wird der Bewerber genau beobachtet. Bei den Gesprächen zu Tisch sollte man sich daher lieber auf berufliches konzentrieren um so beispielsweise mehr über das Unternehmen zu erfahren, anstatt über die ersten Frühsommerpartys zu plaudern. Wer unsicher ist, wie teuer sein Gericht sein darf, kann seinen Gesprächspartner fragen, was er empfehlen kann, um so herauszufinden, welche Gerichte preislich okay sind. Bei der Wahl der Getränke sind Wasser oder Säfte angebracht, auf jeden Fall aber alkoholfrei. Die Bestellung von Soft-Drinks wie Cola oder Fanta könnte in einigen Restaurants als stillos gelten.

Wer aus christlicher Überzeugung vor dem Essen betet, sollte diesen Teil des „Gesprächs“ den Vertretern des Unternehmens gegebenenfalls erklären. So könnte man beispielsweise fragen: „Macht es Ihnen etwas aus, wenn ich für mich kurz vor dem Essen bete? Ich bin Christ und deshalb gehört das einfach für mich dazu.“ Man sollte vor einem unaufdringlichen – nicht evangelistischen – Bekenntnis keine Scheu haben. „Bewerber mit einem christlichen Hintergrund sammeln meist Pluspunkte bei einem Unternehmen“, sagt Wälde.

Fettnäpfchen zum Schluss

Ist der ganze Stress vorbei, bleiben vor der Verabschiedung möglicherweise ein paar Schlussfragen, die man auf der Zunge hat. Folgende Dinge sollte man aber auf jeden Fall vermeiden zu fragen:

1) Gehalt: Tabu ist sowohl die Nennung einer Gehaltsvorstellung, sofern man nicht danach gefragt wird, als auch die Frage nach der Höhe des Lohns. Darauf kommen die Personalchefs zum richtigen Zeitpunkt schon selber zu sprechen.

2) Drängeln: Auch wenn man möglichst schnell wissen möchte, wie die Entscheidung über die berufliche Zukunft ausfällt – man sollte nicht drängeln und fragen, wann man denn Bescheid bekommt.

3) Erstattung der Fahrtkosten: Wenn das Unternehmen nichts von selbst dazu sagt, sollte man das erst klären, wenn man eine Zu- oder Absage bekommen hat.

 

Bei der Verabschiedung gilt das gleiche wie zur Begrüßung: Höflich bedanken und abwarten, wer einen wie verabschiedet. Auch hier wäre es unangebracht von sich aus auf alle Beteiligten zuzugehen um sich mit einem Händeschütteln zu verabschieden.

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1 Kommentar wurden bereits abgegeben

  • 1.  
    schrieb am 06.01.2009 14:06

    Mein Tipp: möglichst vorher mal in die Firma reinschauen bzw. sich bei Dienstschluss vor die Firma stellen und schauen, was die Mitarbeiter selber tragen. Dann ungefähr den Stil treffen und dabei seriös bleiben. Es ist OK, wenn man als Bewerber in eher "legeren" Firmen over-dressed ist - das zeigt das Interesse und die Bedeutung, die man dem Treffen beimisst.

    An alle, die sich um Kleidung sonst wenig kümmern: schaut in einen Modekatalog, da haben die Leute kaum grobe Schnitzer. Oder schaut, wenn es eine sehr förmliche Firma ist und der Anzug sein muss bei www.gq-magazin.de rein, da gibt es eine gute Stilberatung (ja, auch für die von euch, die sonst GQ NIE lesen würden) *lach*

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