Das Laster mit der Selbstbefriedigung
Für viele Christen ist Selbstbefriedigung - im Gegensatz zu den meisten Nichtchristen - ein Problem. Umfragen zeigen, dass mehr als die Hälfte der Männer und rund ein Drittel der Frauen sich selbst befriedigen. Der Heidelberger Sozialpädagoge Benjamin Müllerchen (29) hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt.
Zum Thema Selbstbefriedigung gibt es unter Christen unterschiedliche Ansichten. Während manche kein Problem darin sehen, auf diese Weise Sexualität zu erleben, halten dies andere für eine Sünde. Viele von denen, die darunter leiden, haben die Hoffnung aufgegeben, davon los zu kommen. Die Auslöser für Selbstbefriedigung sind unterschiedlich. Familiäre Probleme und fehlende Anerkennung insbesondere durch empfundenen Liebesmangel können den Wunsch verstärken, sich durch die Masturbation Befriedigung zu verschaffen. Die oft dazu gehörigen Fantasien werden meist durch einschlägige Internetangebote, Filme oder Zeitschriften gefördert. Häufig versucht man, durch Selbstbefriedigung Spannungen und den verspürten sexuellen Druck abzubauen. Bei vielen stellt sich anschließend das Gefühl des Versagens, Verzweiflung, Entmutigung und ein Ekel vor sich selbst ein.
Was sagt die Bibel?
Ist Selbstbefriedigung laut der Bibel falsch? Leider liefert uns das Buch der Bücher keine eindeutige Antwort. Das Wort Selbstbefriedigung kommt auf jeden Fall nicht vor. Andererseits erinnert uns Paulus in 1. Korinther 6 daran, das unser Körper ein „Tempel des Heiligen Geistes“ ist. Er erwähnt das im Zusammenhang mit „sexueller Zügellosigkeit“, wobei er damit in erster Linie sexuellen Verkehr mit anderen Personen meint. Gehört die Selbstbefriedigung auch unter die Kategorie „sexueller Zügellosigkeit“? Um diese Frage zu beantworten, muss sich wohl jeder Betroffene selbst fragen, ob er mit seinem jetzigen – auch sexuellen – Lebensstil Gott die Ehre gibt und seinen eigenen Körper als „Tempel des Heiligen Geistes“ betrachtet.
Mögliche Gefahren
Aus der Selbstbefriedigung können sich drei Gefahren ergeben:
1) Wer häufig masturbiert, entscheidet möglicherweise nicht mehr frei. Statt sich von Jesus Christus leiten zu lassen und den freien Willen an Gott auszurichten, handelt man nur noch triebgesteuert.
2) Sünde wird es, wenn man in Gedanken Frauen oder Männer auszieht, um mit ihnen Sex zu haben. Solche Vorstellungen würdigen diese Menschen vom Ebenbild Gottes zum bloßen Sexobjekt herab.
3) Wer Single ist, mag sich mit dem Gedanken trösten: Wenn ich verheiratet bin und dann mit meiner Ehefrau schlafen kann, wird alles anders. Doch Vorsicht: Auch verheiratete Männer leiden mitunter unter dem Laster. Wer jetzt als Alleinstehender immer das bekommt, was er will, steht in der Gefahr, auch in der Ehe zu sehr auf seine eigenen Wünsche bedacht zu sein, anstatt auf die Bedürfnisse des Partners einzugehen.
Was kann man praktisch tun?
Dennoch kann eine Ehe dazu beitragen, dass Problem zu lösen. Wer sich entschließt, bereits in jungen Jahren zu heiraten, kann sich oft einen Teil des Kampfes ersparen.
Unabhängig davon gibt es noch andere Tipps, die dir das Leben erleichtern können:
1) Suche dir zunächst eine Vertrauensperson, mit der du über dein Problem reden kannst. Du bist nicht der einzige Mensch, der sich selbst befriedigt. Je mehr Leute du hast, mit denen du darüber reden kannst und die für dich beten, desto leichter wirst du das Problem angehen können.
2) Vermeide Versuchungen, die dich zur Masturbation animieren könnten. Wenn du regelmäßig im Internet auf Pornoseiten versinkst, installiere dir einen guten Filter oder verzichte zu Hause ganz auf das Internet. Wer in einer Wohngemeinschaft lebt, kann den Computer in einer gut sichtbaren Ecke aufstellen, wo auch deine Mitbewohner oft vorbeikommen.
3) Suche dir ein Hobby, bei dem du körperlich aktiv bist. Computer spielen oder DVDs gucken gilt also nicht! Wer regelmäßig Sport treibt, kann so Druck abbauen und vermindert die Gefahr, auf „dumme Gedanken“ zu kommen.
4) Lass dich nicht entmutigen, auch wenn du Rückschläge erlebst. Komme mit deinem Problem immer wieder vor Gott, auch wenn es schon das x-te Mal ist. Begreife deine Situation als Chance, Gott besser kennenzulernen, in dem du ihn immer wieder um Vergebung bittest, wenn du gefallen bist.
4 Kommentare wurden bereits abgegeben
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4.schrieb am 16.01.2012 16:10
Selten habe ich einen so einseitigen Artikel gelesen wie hier: "Das Laster mit der Selbstbefriedigung". Der Verfasser bringt folgende negative und abschreckende Begriffe mit Selbstbefriedigung in Verbindung:
- Versuchung
- dumme Gedanken
- Versagen
- Verzweiflung
- Entmutigung
- Ekel
- Zügellosigkeit
- Sexobjekt
- Laster
- Problem
- Sünde
Das klingt ja fürchterlich und entsetzlich! Ist dem Verfasser nicht bekannt, dass ca. 95% der Männer und ca.75% der Frauen SB betreiben? Sind das alles Sünder und Zügellose? Dieser Standpunkt ist mittelalterlich und hoffnungslos antiquiert. Es fehlen eigentlich nur noch die Krankheiten, die man in früheren Jahrhunderten der SB nachgesagt hat, von Rückenmarksschwund bis Tuberkulose.
Die heutigen Wissenschaften betrachten Selbstbefriedigung als gesunde, eigenständige und wertvolle Form der Sexualität, wie Religionslehrer richtig geschrieben hat. Wer nach SB Schuldgefühle hat, ist bereits durch Erziehung, Kirchen und Lektüre von Artikeln des Herrn Müllerlein geschädigt.
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3.schrieb am 30.12.2011 13:43
Hallo,
Selbstbefriedigung ist KEINE Sünde!
Selbstbefriedigung kommt in der Bibel gar nicht vor. Die Meinung, Sb sei Sünde und "unrein" (unrein auch die weibliche Periode!), ist reine Willkür. Nach Erkenntnissen der heutigen Medizin und Sexualwissenschaft ist Sb eine eigenständige und wertvolle Form der Sexualität. Der Sexualtrieb ist uns Menschen angeboren und wir behalten ihn ein Leben lang. Er ist NICHT auf den ehelichen Geschlechtsverkehr beschränkt! Schon Embryos im Mutterleib berühren ihre Geschlechtsteile. Das beweisen Ultraschallaufnahmen. Für Jugendliche ist Sb Triebabfuhr und Einüben ihrer Sexualität (die laut Schöpfungsbericht von Gott gegeben ist). Ich empfinde es als ungeheure Arroganz und Größenwahn, wenn "Christen" Menschen, die sich selbst befriedigen, verachten und allgemein gültige Verbote aufstellen wollen. Die jahrhundertelange Unterdrückung der Sb durch Mediziner, Pädagogen und Kirchenväter (gibt es eigentlich auch Kirchenmütter?) hat viel Not und Elend über die Menschheit gebracht. Ich erinnere nur an die zahlreichen Klitoridektomien in Europa und den USA zur "Behandlung" der weiblichen Masturbation.
Selbstbefriedigung - eine Sünde? NEIN!
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2.schrieb am 16.12.2008 16:25
Ich bin grade selber total am schwanken wie ich das jetz letztendlich sehe...
Aber die frage die Olek in seinem Kommentar aufbringt finde ich sehr wichtig und bin auf eine Gute Antwort gespannt.
Sind Menschliche Triebe Fleischlich?
Wie weit sollte man mit seinem Verstand eingreifen befor es einen Innerlich zerreist?
Im AT war es normal mit vielen Frauen verheiratet zu sein. Auch wenn ich verstehe das im NT sehr empfolen wird nur eine Frau zu haben...wie passt das in das so enge Bild der Sexualität das der Christentum verrtrit (ich bin aus kristlich/charismatischen elternhaus, und sehr vertraut mit den Verschiedenen ansicht...)
Ich sehe aber als zu viele Punkte die von einem christen erwartet werden, die nur durch sehr Kreative bilblische interpretation herrauszulesen sind.
gespannt auf eure Meinung =)
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1.schrieb am 26.11.2008 00:38
Nennt mir bitte eine Möglichkeit, sexuelle Triebe zu unterdrücken!
Ich bin der Meinung, dass dieser Artikel davon ausgeht, dass Menschen emotionslos und trieblos sind. Sexualität soll immer unterdrückt werden, doch was ist der Preis dafür: zu frühe Ehe (die dann oft in Frustration endet) und Ausbrechen aus den religiösen Geboten in sexuelle Zügellosigkeit. Hätte ich als pubertierender nicht masturbiert, hätte ich mit Mädchen geschlafen, weil ich sexuelle Triebe habe. In der Bibel steht nicht ein Wort über Selbstbefriedigung...




