Christen lügen nicht, oder?

"Der Beste muss zuweilen lügen. Mitunter tut er\'s mit Vergnügen", dichtete Wilhelm Busch. Psychologen zufolge lügt der Durchschnittsbürger bis zu 50mal am Tag - je nachdem, wie er den Begriff "Lügen" definiert. Doch wie definiert Gott das Lügen? Bei ihm gibt es keine Grauzone, er spricht Klartext. Wie setzen wir Gottes kompromissloses Gebot "Du sollst nicht lügen" (2. Mose 20, 16) im Alltag um?

 

Wissenschaftler sind zu dem Schluss gekommen, dass Ehrlichkeit keineswegs am längsten währt, dass man also auch ruhig einmal lügen darf. Sie rechnen allerdings nicht mit dem Jüngsten Gericht, bei dem jeder sich einmal vor Gott dafür verantworten muss, was er gesagt bzw. nicht gesagt hat. Unser Lügentalent sei nicht nur eine „bedauerliche Fähigkeit und Neigung zum Bösen“, sondern ein wichtiges Kennzeichen der sozialen Intelligenz. Also darf es uns nicht überraschen, dass unser Alltag voll von Lügen und Täuschungen ist. Man betrügt den Staat, die Eltern, Lehrer, Freunde usw. „Ach, das merken die doch sowieso nicht!“, „Wieso unnötig Ärger bekommen?“, „Das war ja nur eine Notlüge“, heißt es so oft. Eine kleine Änderung hier, eine Prise Beschönigung dort. Wir haben die Wahl. Entscheiden wir uns für den oftmals schwereren Weg der Wahrheit, müssen wir uns auf Reaktionen gefasst machen. Geben wir beim Bafög-Amt an, wie viel Geld wir dank Oma auf der hohen Kante haben? Hinterlassen wir einen Zettel auf der Windschutzscheibe des Autos, das wir beim Ausparken übersehen haben? Schauen wir auf den Spickzettel, den wir bei der Prüfung eigentlich nicht benutzen wollten? Wo ist die Grenze zur Unehrlichkeit?

Sagt zueinander die Wahrheit

Gott macht uns diese Grenze in seinem Wort deutlich: „Lasst euch in eurem Denken erneuern durch den Geist, der euch geschenkt ist. Zieht den neuen Menschen an, den Gott nach seinem Bild geschaffen hat und der gerecht und heilig lebt aus der Wahrheit Gottes, an der nichts trügerisch ist. Legt das Lügen ab und sagt zueinander die Wahrheit; denn wir alle sind Glieder am Leib von Christus“ (Epheser 4,23-25).

Lügen aus Höflichkeit?

Jetzt liegt es an uns, wie wir es in unserem Alltag umsetzen. Aber nicht nur unser Egoismus macht uns zu potentiellen Notlügnern. Es liegt in unserer Natur, dass wir Konflikten aus dem Weg gehen möchten, zu harmoniesüchtig sind. Um Streit zu vermeiden, sagen wir manchmal, was der andere gerne hören möchte. Ein amerikanischer Pastor wurde von einem Ehepaar zum Essen eingeladen. Die Dame des Hauses tischte eine höchst übelriechende Pampe auf, die ebenso grauenhaft schmeckte. „Und? Wie schmeckt es ihnen?“ Die Stunde der Wahrheit war gekommen. Was sollte der Pastor tun? War Ehrlichkeit in dieser Situation angebracht? Oder sollte er lügen? Er entschloss sich für folgende recht undiplomatische Variante: „Verzeihen Sie, aber wenn ich ehrlich sein soll, ist dies das Scheußlichste, was mir jemals untergekommen ist.“ Der Ehemann sprang von seinem Platz: „Bravo! Sie sind der erste, der sich traut, das zu sagen! Die anderen Pastoren haben immer brav aufgegessen. Danke für ihre Ehrlichkeit. Also bitte, koch das nie wieder, mein Schatz.“

Wahrheit und Weisheit

Gott möchte, dass wir uns durch die Wahrheit auszeichnen. Das soll aber nicht heißen, dass wir einander rücksichtslos die Meinung sagen sollen. Vielmehr ist mein Einfühlungsvermögen gefordert, um nicht zu verletzen. Dafür möchte uns Gott Weisheit geben: „Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen willig gibt und nichts vorwirft, und sie wird ihm gegeben werden“ (Jakobus 1,5). Das gilt für jeden. Denn wer kommt nicht in Situationen, wo es schwierig ist zu wissen, wie man sich angemessen verhalten soll – nicht nur, wenn man nach seiner Meinung gefragt wird.

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3 Kommentare wurden bereits abgegeben

  • 3.  
    schrieb am 23.02.2009 19:35

    Hallo newsborn,

    ich wurde kürzlich belehrt, dass es das Gebot: "Du sollst nicht lügen" in den Zehn Geboten nicht gibt.

    Somit - gibt es dann auch keine Übertretung der Zehn Gebote wenn gelogen wird. Und dann ist die Lüge auch keine Sünde, wurde mir offenbart.

    So muss das auch Paulus gesehen haben, erfuhr ich weiter. Röm3,7 "Wenn aber die Wahrheit Gottes durch meine Lüge herrlicher wird zu seiner Ehre, warum sollte ich dann noch als ein Sünder gerichtet werden?"

    Also: Lüge, scheint nicht gleich Lüge zu sein.

    Grüße

    joLepies

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  • 2.  
    schrieb am 14.01.2009 16:11

    wow... 50mal???????? Komisch das man das nich merkt

  • 1.  
    schrieb am 08.09.2008 16:24

    Was macht Gott eigentlich mit George W. Bush?

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