BuJu 2013 – Ich bin ein normaler Bauer

4.700 Teilnehmer aus ganz Deutschland. 3.000 Camper auf dem Erfurter Messegelände. 550 freiwillige Mitarbeiter. 5 Zentralveranstaltungen. 44 Seminare. Eine Stadtaktion mit 700 Jugendlichen. Café Seelsorge mit 100 ehrenamtlichen Seelsorgern. Das Bundesjugendtreffen (BuJu) des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, das vom 18. bis zum 20. Mai in Erfurt stattfand, stellte viele Rekorde auf. Lara Joy Herbst (18) aus Wuppertal war für idealisten.net vor Ort und hat sich die vielen Superlative genau angesehen.
  • Fotos: Ben Hartmann, Reinhard Witt

 

In den Parkbuchten des Messegeländes in Erfurt liegen noch riesige Hagelberge vom Unwetter der vergangenen Nacht. Doch tausende von Jugendlichen, die das Bundesjugendtreffen des Bundes Freier evangelische Gemeinden besuchen wollen, lassen sich davon nicht stören. Sie schlagen ihre Zelte auf, hoffen auf die Sonne, die das Eis schon schmelzen wird. Während der Himmelskörper sein Übriges tut, bewegen sich die Menschenmassen zur ersten Zentralveranstaltung.

Abräumer in allen Bereichen

„Abräumer“ – der Titel des diesjährigen Bundesjugendtreffens ist Programm. Alles ist groß, alles ist viel, alles ist voll – alles ist laut. Die Zentralveranstaltung steht unter dem Motto „ICHMITIHM“. Der Moderator Stefan Petersen begrüßt die Menge und spielt Geräusch-Ping-Pong mit dem Saal: Ein kleiner Ball auf einem Bildschirm wird durch die Schreie der Besucher in verschiedene Richtungen getrieben. Je lauter alle rufen, desto besser.

Gott in den Mittelpunkt stellen

Die Predigt des jungen Pastors der FeG Limburg, Sebastian Wickel, beruhigt die lärmende Menge für einen Moment. Jesus suche sich für seine Nachfolge die normalen Bauern aus, sagt Wickel. Dabei ist nicht die Berufsgruppe der Bauern gemeint, sondern die Figuren beim Schach, welche bei Gott eine besondere Bedeutung haben. Auch empfiehlt Wickel, die Sichtweise zu wechseln, Gott in den Mittelpunkt zu stellen und ihm vertrauen, wenn man weiterkommen will.

Zeit in der Schlange = Zeit zum Reden

Eine halbe Stunde später gibt es die erste gemeinsame Mahlzeit. In den folgenden Tagen werden die Essenszeiten die interessantesten Begegnungszeiten sein. Beim Anstehen für einen Teller Spaghetti führe ich ausgedehnte Gespräche mit anderen Teilnehmern – denn man steht lange an. Beim sonntäglichen Mittagessen warten wir über eine Stunde auf unsere Kartoffeln.

Schnell hat sich herumgesprochen, dass man sich die Zeit vertreiben muss. Eine Reisegruppe bringt ihre Instrumente mit und sorgt für gute Stimmung. Einige Seminare müssen nach hinten verschoben wurden. 

Alles für Körper, Geist und Seele

Zwischen den Mahlzeiten und der nächsten Zentralveranstaltung hat man die Chance, über den „Marktplatz“ zu schlendern. Dort gibt es diverse Stände von christlichen Vereinen, Hochschulen und Organisationen, ein christlicher Büchertisch, eine Bowlingbahn, eine Ausstellung mit Künstler-Bildern, Persönlichkeitstests und eine Fotostation, wo man sich verkleiden und fotografieren lassen kann. Die Handyladestation, an der man sein Handyakku am Leben erhalten kann, erfreut sich besonderer Beliebtheit – denn im Getummel verliert man oft seine Gruppe und muss sich wieder zusammentelefonieren.

Über dem Marktplatz befindet sich das Café Seelsorge. Jeder, der jemanden zum Reden braucht, kann in dieses Café gehen, bekommt ein kostenloses Getränk und darf sich einem Seelsorger anvertrauen. Auch an der „Klagemauer“ kann ich meine persönliche Sorgen und Probleme hinterlassen.

Ministerpräsidentin Lieberknecht: Abräumer sind Problemlöser

Am Abend des eröffnet Christine Lieberknecht, die Thüringer Ministerpräsidentin, das BuJu endlich offiziell. Für sie ist ein Abräumer ein Problemlöser, der auf die Gemeinschaft vertrauen soll. Sie wünschte den Teilnehmern des BuJus, dass ihr Glaube und die Gemeinschaft wachsen. Sie freue sich sehr darüber, dass sich die junge Generation mit Begeisterung für Nächstenliebe, Frieden und Gewaltlosigkeit einsetzt.

Im Anschluss gibt es Konzerte von den Bands Soundbar und Good Weather Forecast. Draußen vor dem Messegebäude bildet sich ein spontaner Musikkreis, wo alle, die wollen, mitsingen oder ihr eigenes Instrument einbringen können. Einige andere machen sich schon „zeltfertig“ und verbringen eine erste regenfreie, aber dafür sehr kalte Nacht in Erfurt.

Stadtaktionen

Um auch über die Grenzen des Messegeländes hinaus zu wirken, kommen am Sonntag 700 Jugendliche in der Erfurter Innenstadt zusammen. Dort verteilen sie Luftballons, singen oder beglücken Vorbeikommende mit Umarmungen und Gebeten. Andere buschen eines der 44 Seminare, die das Organisationsteam anbietet.

Losgehen und nachfolgen

Pfingstmontag. Abschlusstag. Eine Veranstaltung der Superlative geht zu Ende. Antje Bockhacker, zuständig für Jugend und Teenager beim Bundeshaus, predigt. „ERMITUNS“ ist das Motto, der Bibeltext handelt von Petrus Berufung, wie in der ersten Zentralveranstaltung. Bockhacker erklärt, dass wir Jesus bedingungslos nachfolgen sollen, dass dein Nachfolgen nicht vom Denken, sondern vom Losgehen abhängt. Dazu gibt sie praktische Tipps: gemeinsam folgen, durch Lobpreis und Bibellesen besser verstehen.

Das nächste BuJu wird bereits 2015 stattfinden – bestimmt sieht man dort die netten Menschen aus der Warteschlange wieder.

 

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