„Blessed“ – Modelabel mit Message

Die Geschichte des Modelabels „blessed“ liest sich wie eine glanzvolle Erfolgsstory: Ein dynamischer Jungunternehmer schüttelt eine Kleiderlinie mit eigenen Designs aus dem Ärmel und verkauft die T-Shirts an seine Bekannten. 2009 eröffnet er einen Laden im schweizerischen Biel. Nur zwei Jahre später expandiert er nach Bern und eröffnet eine zweite Filiale. Sarah Baumgartner stellt das Label und seinen Gründer Simon Georg vor.
  • Foto: Sarah Baumgartner

 

„Ganz so einfach war es natürlich nicht“, erklärt Simon Georg. Der Gründer und Geschäftsführer der „blessed GmbH“ entwirft fast alle Kleidungsstücke und Designs selber. Bereits in der Sekundarschulzeit gestaltete er – „natürlich nur so als Hobby“ – mit einem Kollegen das Label „reverse“. Damit bedruckten die beiden T-Shirts, die mehr als nur gut aussehen sollten. „Du kannst zu jeder Zeit in deinem Leben umkehren! Daran wollten wir erinnern“, erklärt der Jungunternehmer. Obwohl sich die Wege der Freunde später trennten, lebt die Idee im gespiegelten Schriftzug des „blessed“-Logos fort.

Eine klare Vision

Der Schriftzug hat eine klare Aussage: „‚blessed’ bedeutet einerseits ‚gesegnet’, und so wird es meist auch verstanden“, erklärt Simon Georg. „Aber es kann auch mit ‚beschützt’ oder ‚geheilt’ übersetzt werden. Ein T-Shirt mit diesem Aufdruck soll seinem Träger bewusst machen, dass er beides für sich beanspruchen darf.“ Die Botschaft ist bewusst nicht plakativ. „Die Marke soll Christen ausrüsten, die mit den Klamotten ihren Glauben in die Welt hinaustragen wollen. Ein solches T-Shirt kann gut zum Aufhänger für ein Gespräch werden.“

Junge Christen mögen bei christlichen Anlässen vielleicht T-Shirts mit deutlichen Botschaften wie „Jesus liebt dich“ tragen, im Alltag jedoch ist das für viele undenkbar. „blessed“ kann hier eine Lücke füllen: Die farbenfrohen Kreationen von Simon Georg sind vom beliebten Stil der Surfer und Skateboarder inspiriert. Gleichzeitig vermitteln sie ihre Botschaft so dezent, dass sich Arbeits- und Schulkollegen nicht abgeschreckt fühlen.

Den Schritt gewagt

Bis Simon Georg seine T-Shirts produzieren konnte, war es ein weiter Weg: Die Marke „blessed“ wurde 2006 geschützt. Durch einen Kontakt aus der Beachvolleyball-Szene ergab sich im gleichen Jahr die Chance, hundert T-Shirts mit dem neuen Logo bedrucken zu lassen – für den damals 20-jährigen Leistungssportler ein großes Wagnis. Der Verkauf lief erfolgreich, und Georg konnte drei weitere T-Shirt-Kreationen in Auftrag geben. Während der nächsten beiden Jahre teilte er seine Ressourcen zwischen Arbeit, Sport und „blessed“ auf.

Ende 2008 wurde ihm klar, dass er sich entscheiden muss. Bei der Arbeit an seiner Marke sah er auch für seine Entwicklung im Glauben die besten Möglichkeiten: „Ich wollte in meiner Beziehung zu Gott weiterkommen. Auch deshalb habe ich mich dafür entschieden, mich ganz in ‚blessed’ zu investieren.“ 2009 kam die erste vollständige Kollektion auf den Markt. Das Kapital war zur Hälfte sein eigenes, die andere Hälfte erhielt er als Darlehen aus seinem näheren Umfeld. Von Anfang an achtete Georg auf klare finanzielle Verhältnisse: „Ein Onkel riet mir davon ab, mich von einer Bank abhängig zu machen.“

Kreativität und harte Arbeit

Der Verkauf der Kleiderlinie ist bei Events und auf Festivals für junge Christen besonders erfolgreich. Im Sommer 2009 reduzierte Georg seine Arbeit als Polygraf auf 60 Prozent, um sich mehr auf „blessed“ konzentrieren zu können. Noch stapelte er die Kartons mit den Kleidern rund um sein Bett. Der Wunsch nach einem eigenen Lagerraum und Büro wurde nun immer dringlicher. Schließlich wurde er in einer Lagerhalle fündig – wie erhofft in Biel. Mit tatkräftiger Hilfe von Freunden gestaltete er die Halle zum ersten „blessed“-Shop inklusive Lager und Büro um. Daneben wurde der Online-Shop ausgebaut.

Obwohl Simon Georg seit Frühling 2010 selbständig ist, zahlt er sich bis heute keinen vollen Lohn – dafür ist der Umsatz zu klein. Nach einem erfolgreichen ersten Jahr stagnierten die Einkünfte im Frühling 2011. „blessed“ trat die Flucht nach vorne an: Im Sommer wurde ein zweiter Laden in Bern eröffnet. Die zentrale Lage und die edle Inneneinrichtung sind sicher gute Voraussetzungen, um Neukunden anzuziehen. Und wer von Biel und Bern weit entfernt ist, kann sich über den Onlineshop von „blessed“ mit Klamotten eindecken.

Hoher Massstab

Simon Georg, 25, wuchs in Brasilien und im Berner Oberland auf. Der ausgebildete Polygraf ist Junioren-Schweizermeister im Beachvolleyball und engagiert sich im ICF Biel. Die Kleidungsstücke von „blessed“ werden in Betrieben hergestellt, die sich zum fairen Handel verpflichten. Bei jedem Produkt wird ausgeschildert, welchen Fairtrade-Massstab es entspricht.

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