Bleib mal locker!

Egal ob für Abi, Führerschein, Bewerbung oder Examen - Prüfungen haben oft einen unangenehmen Begleiter: Die Angst. Was kann ich als Christ gegen diese Angst tun? Gibt es andere oder sogar "bessere" Möglichkeiten, mit dieser Angst fertig zu werden und Prüfungen weniger furchteinflößend sein können?

 

Ein kritischer Blick vom Lehrer: Ist er nicht einverstanden mit dem, was ich sage? Was habe ich falsch gemacht? In den hinteren Reihen beginnt die Klasse zu tuscheln. Ich versuche, mich an mein Referat-Konzept zu halten, doch das Blatt in meiner feuchten Hand zittert genauso wie meine Stimme. Bestimmt merkt jeder meine Unsicherheit. Höre ich da nicht ein unterdrücktes Lachen? Wo war ich nur stehen geblieben? Die Gedanken schwirren im Kopf herum, prallen aufeinander und fliegen ins ... Nichts. „Junge Dame, haben Sie doch die Ehre und fahren bitte fort.“ Ein ironischer Unterton begleitet die Bemerkung des Lehrers und lässt mich rot werden. Einen einzigen Ausweg sehe ich noch, um dieser peinlichen Situation zu entgehen: Die Tür des Klassenzimmers, durch die ich flüchte und mich ... in meinem Bett wieder finde. Nur ein Alptraum, Gott sei Dank.

Angst hat auch etwas Gutes

Egal ob beim Referat oder der Klausur, beim Bewerbungsgespräch oder in der Führerscheinprüfung: Die Angst hat auch etwas Gutes. Im Idealfall spornt sie dazu an, gut vorbereitet in die Prüfung zu gehen. Was aber, wenn sich Prüfungspanik daraus entwickelt und man sein gelerntes Wissen und Können deshalb nicht wiedergeben kann? Welchen Rat kann man denen geben, die aus „Angst vor der Angst“ alle Prüfungen auf die lange Bank schieben, bis sich beispielsweise das Studium über Jahre hinzieht oder abgebrochen wird?

Hypnose soll helfen

Viele Hilfsangebote wollen von der Prüfungsangst befreien. Beratungslehrer, Sorgentelefone und schulpsychologische Dienste mühen sich um die Betroffenen. Sie bieten eine Mischung aus Lernmethodik und Psycho-Strategie an. Doch bei harmlosen Tipps wie Atemübungen und richtigem Zeitmanagement bleibt es leider oft nicht. Denn vielen werden geistlich fragwürdige Techniken wie Hypnose oder Yoga schmackhaft gemacht.

Bedeutsame Anteilnahme

Was können Christen dem entgegenhalten? Manchmal reicht schon ein Perspektivenwechsel und die Unterstützung von Freunden oder der Jugendgruppe. Doch nicht immer wagt es der Betroffene selbst, sich Hilfe zu suchen und über seine Angst zu sprechen. Wer daher jemanden kennt, dem Prüfungen Magenschmerzen bereiten, könnte sich als Gesprächs- und Gebetspartner anbieten. Beim Spaziergang oder einer Tasse Tee kann man eventuell auch über Ursachen für die Angst sprechen. Setzen die Eltern den Prüfling unter Druck? Vergleicht er sich mit besseren Mitschülern und Kommilitonen oder befürchtet er, bei schlechten Leistungen nicht mehr akzeptiert zu sein? Doch auch nach freundschaftlichen Gesprächen und verändertem Lernverhalten verschwindet nicht immer das Knieschlottern. Oft bleibt ein wenig Lampenfieber.

Keiner muss alleine durch

Ist da der Rat zum Gebet nur eine fromme Phrase? Nein, denn Christen sollten sich daran erinnern, dass sie nicht allein sind. Wer sich von Jesus angenommen weiß, muss auch mit einer Fünf im Zeugnis nicht verzweifeln. Die Bibel will Menschen korrigieren, die meinen, dass ihr Wert von den erbrachten Leistungen abhängt. Wenn Gott uns liebt und uns in schwierigen Situationen zur Seite steht, kann das auch in Prüfungssituationen zu mehr Selbstvertrauen verhelfen.

Das hat jungen Christen schon geholfen:

Petra (19): Nach der Realschule wollte ich für ein halbes Jahr nach Uganda zum Missionseinsatz. Da ich schon alle nötigen Impfungen hatte und der Flug gebucht war, musste ich nur noch die Abschlussprüfungen schaffen. Bisher hatte ich es mit der Lernerei nicht so genau genommen, doch da ich nun ein konkretes Ziel hatte, holte ich viel Schulstoff nach. Außerdem wurde in meiner Gemeinde regelmäßig im Gottesdienst für mich und andere Leute gebetet, die vor ähnlichen Situationen standen. Mir selbst gab die Gewissheit Halt, dass Gott mir auch über diese Hürde helfen wird, wenn er mich wirklich in Afrika haben will.

Antje (26):
Dass Gott es wirklich gut mit mir meint, ist eine große Lektion, die ich im Moment zu lernen habe. Natürlich betrifft das auch mein Studium – theoretisch weiß ich zwar, dass Leistung nicht meinen Wert bestimmt, aber wie gehe ich praktisch damit um, wenn dann doch mal eine Prüfung daneben geht? Da wünsche ich mir mehr Gottesvertrauen und auch die Gelassenheit, mich nicht immer mit besseren Kollegen vergleichen zu müssen.

Matthias (23):
In meinem Studium stellte sich immer klarer heraus, dass ich ein echtes Problem mit Prüfungen hatte, weswegen ich oft schon beim Lernen total blockiert war. Schließlich suchte ich mir einen Dozenten als Gesprächspartner, mit dem ich der Ursache auf den Grund ging: Ich hatte an mich viel zu hohe Ansprüche gestellt, die ich gar nicht erfüllen konnte. Die Einsicht, dass nicht ich, sondern Jesus die Maßstäbe setzt und mich damit nicht überfordern will, war eine ziemliche Entlastung. Seitdem kann ich viel besser meine Möglichkeiten einschätzen und nutzen.

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1 Kommentar wurden bereits abgegeben

  • 1.  
    schrieb am 18.09.2008 11:43

    Das beste Mittel gegen Pruefungsangst: Rechtzeitig mit dem Lernen anfangen und gut vorbereitet in die Pruefung gehen!

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