Beten, Anlauf, Monster töten

Es ist ein Horror-Film mit geistlicher Botschaft: Der Kino-Streifen „Priest“ zeigt einen Priester als Ninja-Kämpfer im Kampf gegen das Böse. Es wird gebetet und gebeichtet – und zwischendurch gibt es Gemetzel.

 

Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte diesen Film besser nicht anschauen. „Priest“ beruht auf einem koreanischen Comic und zeigt Endzeit-Horror in 3D: Gezeigt werden eine Kreuzigungsszene, die Vorbereitung eines Sprengstoffattentates, Verfolgungsjagden auf futuristischen Motorrädern, wilde Faustkämpfe auf einem Geisterzug und Vampire, die sengen und brandschatzen. Dazu gibt es immer wieder sabbernde Monster, die mal dringend zum Zahnarzt müssten. Held des Films ist ein Priester (Paul Bettany), der sich ein Kreuzzeichen auf die Stirn tätowiert hat und gegen zwei Feinde kämpft: Zum einen widersetzt er sich der despotischen Kirchenleitung, der er einst einen Eid geschworen hat („Gegen die Kirche handeln, heißt gegen Gott handeln“). Zum anderen zieht er aus, um seine Nichte Lucy und gleich die ganze Menschheit vor einer Armee zombieähnlicher Vampire zu bewahren. Es ist eine düstere, gottverlassene Welt, in die uns Spiderman-Produzent Sam Raimi entführt, aus Industrieruinen, Wüsten, Katakomben und Grotten. Eine Welt, in der hinter jeder Ecke das Böse kauert und in der Kreuze als Wurfgeschosse dienen.

Ein Horror-Film, der beten lehrt

Zugleich lehrt „Priest“ beten. Es ist ein Horror-Film mit geistlicher Botschaft: Glauben wirkt Wunder, und am Ende gewinnt das Gute. „Du bist meine Zuflucht“, murmelt der Priester, bevor er zum Sprung ansetzt. Beten, Anlauf, Monster töten – eine Abfolge, die sich im Lauf des Films mehrfach wiederholt. So ist das Kino um eine Neuheit reicher: Ein Priester, der eher im Nahkampf als in Seelsorge ausgebildet ist – ein geistlicher Ninja-Kämpfer, der mit Psalm 23 gegen die Achse des Bösen kämpft.

Priest, USA, 2011, D: Paul Bettany, Cam Gigandet, Maggie Q, Karl Urban, R: Scott Charles Stewart, 88 Minuten, FSK: 16

 

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1 Kommentar wurden bereits abgegeben

  • 1.  
    schrieb am 18.05.2011 09:46

    ...ich kann es kaum fassen.

    Besitzen wir Christen heute überhaupt kein Unterscheidungsvermögen mehr, das wir solch einen Schund unserer Jugend vorstellen und propagieren:

    wenn Du die Nerven hast, schau ihn Dir an und lerne beten! ?

    Was für ein Gott soll das sein?

    Glauben wir denn im Ernst, diese Filme und diese Botschaft bringen irgendeinen Sünder zur Buße und Umkehr? Eine Schande.

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