Kampf dem einseitigen Bio-Unterricht

Die Evolutionstheorie steht heute selbstverständlich auf jedem Lehrplan. Andere Möglichkeiten werden meist nicht mal diskutiert. Dem wollte der Abiturient Felix Schneider (19) aus Siegen etwas entgegensetzen. Hier sein Bericht.
  • Kein Platz Evolutions-Kritik im Bio-Unterricht. Foto: Wikimedia Commons/Nasa.

 

„Evolution ist wahr. Und die Wahrheit kann uns nur freimachen.“ Diese Aussage des Paläontologen Stephen J. Gould wurde mir und anderen Schülern am Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium in Siegen vor Augen gehalten. Auch ich – obwohl bibeltreuer Christ – nahm diese Meinung zunächst an. Der einseitige Unterricht, die persönlichen Überzeugungen der Lehrer, entsprechende Berichte in den Medien. All das ließ mich glauben, dass die Erde durch einen Urknall entstand und sich dann aus wenigen Bakterien hochintelligente Lebewesen entwickelt haben.

Als ich dann versuchte, diese Sicht mit dem christlichen Glauben in Einklang zu bringen, wurde mir bewusst, dass die Bibel klarer spricht: Der Gott der Bibel will mehr Ehre für seine Schöpfung und nicht nur darauf reduziert werden, den Anstoß für einen Prozess gegeben zu haben. Ich las Bücher wie „Leben woher“ und „Evolution – ein kritisches Lehrbuch“ der Evolutionskritiker Dr. Reinhard Junker und Prof. Dr. Siegfried Scherer. Schnell merkte ich, das es durchaus eine Alternative zur Evolutionstheorie gibt: den biblischen Schöpfungsbericht. Dieses Wissen wollte ich an meine Mitschüler weitergeben. Mit einigen weiteren Christen besuchte ich vier Religionskurse an unserer Schule, wo wir Referate zum Thema „Schöpfung und Evolution“ hielten. Jedes Mal diskutierten wir im Anschluss noch lange.

Kein Platz im Bio-Unterricht

Im Biologieunterricht hatten unsere Ansichten jedoch keinen Platz. Die Lehrer wollten nicht anerkennen, dass es sich bei den evolutionskritischen, schöpfungstheoretischen Thesen um ernstzunehmende Wissenschaft handelt. Wir schlugen unserem Schulleiter vor, einen evolutionskritischen Referenten – vorzugsweise Prof. Scherer, leitender Mikrobiologe an der Technischen Universität München – einzuladen. Zunächst zeigte er sich sichtlich erfreut über die Initiative seiner Schüler und gab grünes Licht für einen solchen Vortrag. Allerdings wollte er noch Rücksprache mit den Biologielehrern halten.

Andere Gymnasien hätten mitgemacht

Hoffnungsvoll nahmen wir bereits Kontakt zu drei weiteren Gymnasien in Siegen auf. Unser Vorschlag: eine schulübergreifende Veranstaltung machen. Die Reaktionen waren durchweg positiv. Doch dann kam die Enttäuschung: Unsere Schule machte einen Rückzieher. Man wolle den Ruf des Gymnasiums nicht schädigen, indem man einen so evolutionskritischen Wissenschaftler wie Prof. Scherer einlade, hieß es aus der Biologie-Fachschaft. Man habe Angst vor einem einseitigen Vortrag, dem die Lehrer der Schule nichts entgegenzusetzen wüssten. Stattdessen wolle man „bewusst einseitig“ auf der evolutionstheoretischen Seite bleiben. Schließlich sei dies unter den Wissenschaftlern die vorherrschende Meinung. Lediglich eine Podiumsdiskussion von Prof. Scherer mit einem Evolutionstheoretiker käme für die Schule in Frage. Dabei war von vornherein klar, dass der infrage kommende Diskussionspartner Prof. Ulrich Kutschera aus Kassel nicht zu einer Auseinandersetzung mit Prof. Scherer bereit sein würde. So wurde das Engagement von uns Schülern – das unser Direktor zunächst gelobt hatte – zunichtegemacht.

Am Glauben festhalten

Trotz dieses für uns „negativen Ausgangs“ kann ich anderen Schülern nur Mut machen, sich der einseitigen Vermittlung – wie die Welt entstanden sei – entgegenzustellen. Viele haben bereits Gott aus ihrem naturwissenschaftlichen Denken gestrichen. Sie sind nicht einmal mehr bereit, sich mit kritischen Aspekten der Evolutionstheorie auseinanderzusetzen. Umso wichtiger ist es, dass man als Christ sich davon nicht beirren lässt. Man sollte an seinem Glauben an die Schöpfung festhalten. Ja, ihn durch Argumente festigen, um so auch andere zum Nachdenken zu bringen: Sei es durch Einladen eines Referenten, durch Referate in der Schulklasse oder einfach im Gespräch mit Freunden.

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